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Autor Thema: Akku auffrischen oder wieder beleben  (Gelesen 1116 mal)

Offline jocg

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Akku auffrischen oder wieder beleben
« am: 13. Dezember 2017, 11:26 »
Hallo,

Ich habe 2 BionX Akkus 36V und einen Akku 22V.
Alle drei sind etwas alt: 200-500 Ladezyklen, 3-6 Jahre.
Alle drei lassen sich nicht mehr aufladen. Wenn ich den Strom an den Akku anschliesse, der auf dem Fahrrad ist, kann ich mindesten die Konsole starten.

Inzwischen habe ich einiges Ausprobiert und bevor ich mich mit einige aufwändigere Rettungsaktionen beschäftige, wollte ich hier ein Ratschlag holen.
Ich habe diese zwei Dinge versucht:
- Akku an Strom angeschlossen, auf dem Fahrrad montiert und 15min pedale drehen mit Rekuperationsgrad 1
- Akku öffnen und den Ladegerät direkt an das rotes und schwarzes Kabel anbinden. Am Anfang war 1,7v und ich habe bis 2,8v geschafft (nach 8 Std).
Beide aber erfolgslos: nach mehrere Stunden an Strom angeschlossen, auf dem Fahrrad gibt's keine lebensspüren.

Soll ich weitermachen und die Pack oder die einzelne Batterien individuell laden?
Das wurde mich mehr beschäftigen, aber wenn ich mit Erfolg das tun kann, mache ich es.

Soll ich versuchen die "noch gute" Batterien in einen Akku zusammen zu packen? Wie erkenn ich eine gute Batterie?

Jedes ratschlag ist willkommen!
Vielen Dank
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2017, 16:10 von jocg »
 

Offline Tohman

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #1 am: 18. Dezember 2017, 20:12 »
Habe meinen 48V,8.8A von BIONIX auch aufgefrischt. Davor war der Akku nach 177 Ladungen und täglicher Benützung nach 4 km platt.
Grund war das einzelne Zellen nur 3,4V hatten und andere 4,1V, nach einer Ladung mit dem original Ladegerät.
Ich habe alle Zellen auf 4,1 Volt geladen und siehe da. Seit meiner Behandlung hält der Akku nun schon 3 Wochen bei täglicher Benützung 45 km auf Stufe3. Wenn das erstmal so bleibt kann der Zelltausch auf 2800mah Zellen noch warten.   
 

Offline Tohman

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #2 am: 18. Dezember 2017, 20:58 »
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Anbei noch 2 Bilder von der Arbeit. Der Akku ist BJ2012 und läuft wieder wie am Anfang !  8) ;D
 

Offline jocg

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #3 am: 19. Dezember 2017, 22:33 »
Vielen Dank!
Das motiviert mich weiter zu machen.

Ich verfolge meine top Down Strategie und werde langsam der Akku in immer kleinere Teile zerlegen und diese «Auffrischen»
-   Laden mit Ladegerät+Pedale drehen
-   Den Akku Pack direkt laden
-   Einzelne Zellen Laden
-   Einzelne Batterien laden (habe ein Ladegerät für Akku 18650) 
Irgendwo habe ich gelesen, dass die Explosionsgefahr besteht. Stimmt das?
 

Offline jocg

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #4 am: 19. Dezember 2017, 23:28 »
Kann mir jemand sagen, ob die Akkus im Bild noch brauchbar sind?
Wie kann ich die einzelnen Zellen aufladen, da ich merke, dass alle in Serie gebunden sind?

Danke und Grüsse
Goran
 

Offline Tohman

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #5 am: 20. Dezember 2017, 08:56 »
Diese Zellen sind ausgelaufen. Bitte entsorgen und neue kaufen. Das kann sehr gefährlich werden beim versuch sie aufzuladen.
 

Offline jocg

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #6 am: 06. Januar 2018, 14:19 »
Hallo,

ich habe ein bisschen weitergemacht und habe ein paar Fragen. Hoffentlich kann mir jemand weiterhelfen.
Ich habe das Akku pack aus den Plastik ausgepackt. Das sind 60 Batterien 18650 a 3,7V und 3000 mAh.
Die sind zu 6 in parallel verbunden und 10 Mal diese 6 Batterien in Serie.
Ich habe den Akku Pack vollständig gelassen und die Spannung von 6 Batterien in parallel gemessen. Die minimal gemessen war 2.8V und ging bis 10V. Ich habe versucht verschiedene einzelne 6er zu laden und dann denn Akku pack als Ganzes mit einem Ladegerät von 22V (theoretisch erreichen einzelne Batterien 3.3V).
Leider funktioniert das Akku am Fahrrad noch nicht.
Stimmt, dass ich die Einzelne 6er in parallel aufladen kann, ohne die loslösen?

Was kann ich noch machen? Alle Batterien loslösen und einzeln laden (ich habe das Ladegerät für 2 18650)?
Oder lieber ein neues Akku pack bestellen?

Vielen Dank
 

Offline jocg

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #7 am: 06. Januar 2018, 20:17 »
Noch eine Frage:

kann so etwas im Bionix funktionieren?
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Ich wurde das genauso einbauen wie das aktuelle Akku-pack.
 

Offline jocg

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #8 am: 11. Januar 2018, 11:23 »
Na ja,

nach mehrere Stunden fleissige Arbeit, die Lösung: es gibt eine Sicherung von 30a.
Habe es ausgetauscht und die Akku lauft. :-(

Grüsse
Goran
 

Offline halohase

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #9 am: 11. Januar 2018, 11:36 »
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Noch eine Frage:

kann so etwas im Bionix funktionieren?
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Ich wurde das genauso einbauen wie das aktuelle Akku-pack.
Hallo
Hatte selber ein 36V 30Ah Akku, LiFePo4 von Pingbattery. Hat bei mir gut funktioniert.
Brauchst aber ein 36V BMS!
Ich habe den LiFePo4 aber in einer Kunststoff Werkzeugkiste auf dem Gepäckträger mitgeführt. Von dort aus habe ich den den Akku via Kabel in der Original BionX Batteriebox angeschlossen. (Ohne original Akku)
 

Offline Jomar59

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #10 am: 24. Juni 2018, 18:50 »
Ich bin gerade am tüfteln, habe mir ein Ladegerät gebaut, speziell für tiefentladene oder altersschwache Akkus.
Testakku 1 war altersschwach, hatte nur mehr 3Ah Leistung, also für 20 bis 30 km, nach speziellem Ladeverfahren das ich 2x gemacht hatte hat er nun wieder 8,7Ah und 53,4V
Testakku 2 ist 2 Jahre Tiefentladen gelegen und hatte null Leistung, nach dem speziellen Ladeverfahren hat er nach der ersten Ladung jetzt auch 8,7Ah und 54,2V.
Was ich dabei noch festgestellt habe, das Laden mit dem Ladegerät über das BMS ist nicht wirklich Akkufreundlich, aber ich werde mir da wohl auch was einfallen lassen, den Akku direktladen ohne BMS von der Spannungsversorgung würde das ja mit Umschalter funktionieren ohne das Gehäuse zu öffnen, nur wie das BMS reagiert wenn sich die Einzelspannungen beim Laden erhöhen, weil das trennen lässt sich im Akkugehäuse nicht so einfach realisieren, wäre da für jede Info dankbar.
 

Offline Cephalotus

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #11 am: 25. Juni 2018, 16:13 »
Li-Ionen Zellen lassen sich nicht auffrischen. Nahezu alle Alterungsvorgänge sind irreversibel.

Bei tiefentladenen Zellen geht auch das Kupfer der Anode in Lösung. Beim Wiederaufladen bildet dies Dendriten die interne Zellkurzschlüsse bilden können.

Ich weiß nicht was Du damit vorhast, aber einen solchen "länger" tiefentladenen Akku wieder zu laden und dann zu verkaufen könnte strafrechtliche Konsequenzen haben, wenn der eines Tages Feuer fängt (und das kann tatsächlich irgendwann passieren, auch ein halbes Jahr später im Regal liegend)
 

Offline Jomar59

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #12 am: 25. Juni 2018, 21:13 »
ja, das dachte ich auch mal. aber da ich dies schon bei 4 akkus erfolgreich geschafft habe, nur fehlt mir halt testmaterial und die zeit um nach auffrischung einen längeren test dzrchlaufen zu lassen.
 

Offline Jomar59

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #13 am: 27. Juni 2018, 05:24 »
Kann es leider nicht an dem anderen Post anfügen.
Das Kupfer der Anode geht auch beim herkömmlichen laden in Lösung, die Oberfläche der Anode wird rauh. Die freien Dendriten im Zusammenhang mit der rauhen Oberfläche der Anode stören den Elektronenfluß, das wird natürlich durch tiefentladen beschleunigt, aber so gesehen kann jeder Akku explodieren, dem wirke ich mit meinem Ladevorgang entgegen.
 

Offline Cephalotus

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Re: Akku auffrischen oder wieder beleben
« Antwort #14 am: 27. Juni 2018, 15:47 »
Das Auflösen des Kupfers ist meines Wissens der Hauptgrund, warum Li-Ionen Akkus eine Mindestspannung haben. Ab wann das Kupfer in Lösung geht hängt von den beteiligten Redoxpotentialen ab, wer es genauer wissen will muss Fachliteratur bemühen, ich weiß es auch nicht im Detail.
Ich habe mir die Faustregel gemerkt, dass alles unter 1V auf Dauer sicherheitskritisch ist.

Wie oft passiert es, dass sich Zellen kurz schließen? Bei mir ist die Rate bei den als unempfindlich geltenden Sony US18650VT 3 kurzgeschlossene Zellen von 48. (die Zellen stammten von zwei alten 6s4p BionX Kompaktakkus, die längere Zeit auf jeweils 0V waren, davon hatten drei Bänke interne Kurzschlüsse)

Interner Kurzschluss heißt noch nicht Brand, das hängt davon ab, welche Ströme über diesen Kurzschluss intern fließen und wie der Akkublock aufgebaut wurde. Der klassische Bau der Pedelecakkus mit den dicken parallelen Zellverbindern erhöht das Sicherheitsrisiko leider enorm.
Das Hauptrisko entsteht auch erst beim wieder aufladen (eine Li-Ionen Zelle mit 0V ist kein Sicherheitsrisiko, ich schließe die Zellen die ich weg werfe sogar ganz gezielt über angelötete Kabelstücke kurz) und ich habe natürlich, wie man das macht, die tiefentladenen Zellen nur ganz ganz langsam auf 3,0V hoch geladen und währenddessen die Spannungen beobachtet. So kann man Kurzschlüsse erkennen.


Das Risiko ist erst dann da, wenn man die Zellen wieder hoch lädt und benutzt. Wieviele davon brennen weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist es selten. Welches Risiko möchtest Du eingehen? Eine von 100? Eine von 10.000? In einem BionX Akku stecken 52 Zellen. Vier davon typischerweise dick parallel verbunden. Wenn da was schief läuft wird es richtig schlimm, da hast Du dann ne schöne Brandbombe mit ausreichend Power das Haus abzufackeln oder zumindest auszuräuchern.
Ein BMS hilft hier nicht die Bohne. Das kann bestenfalls vor sich hin piepsen wenn der Akku in Flammen steht :-)

Ich führe diese Diskussionen immer mal wieder. z.B. im Pedelecforum hat man auch heftig angezweifelt, dass das schnelle Laden von Zellen bei Minusgraden problematisch sei. Bis es einer ausprobiert hat und ihm dann ein paar Tage später eine Zelle auf dem Regel liegend aufgeplatzt ist.

Auf der anderen Seite scheißen sich die Leute ins Hemd, wenn kein Balancer verbaut ist, weil dann könnt ja eine Zelle mal unbemerkt bei 4,25V landen oder bei 2,5V. Im Vergleich zum o.g. ist das ein Witz. Generell ist Überladen moderner 18650er Zellen wegen des eingebauten CID sicherheitstechnisch recht unbedenklich, dazu gibt es in den meisten Datenblättern entsprechende Testprotokolle.
Natürlich wäre es blöd, eine Zelle mit 4,8V dann auch noch bei 140°C in den Ofen zu packen oder einen Nagel durchzuschlagen. Die wird eher und heftiger zünden als eine bei 4,2V oder 3,6V.

Spezielle Ladegeräte gibt es nicht. Was man tun kann und soll ist "moderat" tiefentladene Zellen sehr sehr langsam auf 3,0V hoch zu laden und dann für einige Tage die Spannungen beobachten. Wenn die Selbstentladung von Tag 1 auf meinetwegen Tag 3 größer als 0 ist die Zelle besser wegwerfen.

Danach ist es halt eigenes Risiko. Ich persönlich würde Zellen hoch ziehen, die mal kurz bei 0,5V waren oder länger bei 1,5V (ohne Gewähr), aber ich würde außer zu Testzwecken keine Zellen hoch laden die länger bei 0V waren, auch wenn das oftmals gut gehen mag.
Auf gar keinen Fall würde ich solche Zellen aber an andere Leute weiter geben.

Mir ist das daher auch ganz wichtig, auf sowas hinzuweisen, gerade in diesem Forum wo sich Leute auch übers Reparieren von Zellpacks austauschen.

Natürlich ist das ein hehrer Wunsch. Ich hab mal einen BionX Akku gekauft, der von jemandem umgerüstet wurde. Scharfkantige Zellverbinder an die Pluspole ohne Zwischenlage geschweißt. Das sind keine Einzelfälle, das machen auch manche Akkubauer so, die damit ein Gewerbe betreiben.

Selbst bei großen Akkupacks für Solarheimspeicher sind mir aus der beruflichen Praxis aus der Anfangszeit Konstruktionen bekannt, die ich für grenzwertig bis kriminell halte.

MfG
 

 

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