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Autor Thema: Rekuperation bei höherem Tempo schwächer  (Gelesen 2226 mal)

Offline axel

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Rekuperation bei höherem Tempo schwächer
« am: 13. Januar 2012, 16:00 »
Bei meinem Kalkhoff Image B27 48V SV 5.8 ist die Rekuperation auf maximal eingestellt (Code 2002).
Den maximalen Ladestrom zeigt die Konsole bei Geschwindigkeiten unter ca. 20 km/h an. Bei höheren Geschwindigkeiten geht der Ladestrom wieder deutlich zurück und die Bremswirkung lässt spürbar nach. Das finde ich schade, weil man bei schnellen, steilen Abfahrten Energie mit den Bremsen verreiben muss, statt damit den Akku aufzuladen.
Weiß jemand von Euch, warum das so ist und ob bzw. wie man die Rekuperationsstärke bei höherem Tempo erhöhen kann?
LG,
axel


Kalkhoff Image B27 Mod. 2011
BionX 250W 48V HT FW 5.8 offen
 

Offline Ypsi

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Re: Rekuperation bei höherem Tempo schwächer
« Antwort #1 am: 13. Januar 2012, 19:02 »
Hallo,

im pedelecforum wurde das mal von Experten ausführlich durchgekaut.

edit-- habs im pedelecforum wieder gefunden:


Zusammenfassend ergeben sich aus Deinen Messungen und Ausführungen folgende Optimierungen für meine REKU-Fahrten:

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"    Der REKU-Ausschlag ist im Bezug auf die REKU-Leistung absolut wertlos und irreführend!
    Entscheidend ist die optimale REKU-v von mind. 20km/h.
    Meine persönliche Lieblings-REKU-v ist 30-35 km/h und diese ist ok.
    Die REKU-Level dienen letztendlich nur dem Einsellen der optimalen REKU-v um mechanisches bremsen zu verringern.
    Egal, ob ich mit 30 km/h und REKU-Level 2 oder mit 30 km/h und REKU-Level 4 abfahre, die zurückgewonnene Energie ist identisch!
    Wenn ich, aus welchem Grund auch immer, meinen Akku während der Fahrt laden muss, werde ich dies bei v mind. 20 km/h und REKU-Level 1 tun und damit das bestmögliche Ergebnis erzielen, obwohl die REKU-Anzeige kaum anzeigt."

Vermutlich schützt das nachlassen der REKU aber auch den Motor/Akku (irgendsowas hab ich mal gelesen).

Ob man die Werte verändern kann und ob das dann die gewünschte Wirkung hat weiß ich nicht, ich würde es aber auch nicht versuchen wollen :-)

Grüsse
Ypsi
« Letzte Änderung: 13. Januar 2012, 19:27 von Ypsi »
Conway 827 mit Bosch Performance
Wheeler Proton mit D-Motor

und ein 48er Bionx-System
 

Offline E-Radler

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Re: Rekuperation bei höherem Tempo schwächer
« Antwort #2 am: 16. April 2015, 14:21 »
ich hab's das Thema gerade gefunden, und will mal (allgemeinverständlich) Konkretisieren:

"Fühlbar" ist nur die Bremskraft. Nicht die Bremsleistung, weil der Mensch keinen Sensor für "Geschwindigkeit" hat.

Leistung ist aber Kraft mal Geschwindigkeit.

Beim Motor ist Kraft etwa propotional zum Strom. Und der ist irgendwo auch am Ende des gesunden Bereiches
Der Akku verträgt Laden nur bis zu einer bestimmten (Brems)Leistung. (Der kleine Akku mit 3 Zellen parallel verträgt weniger als der mit 4 Zellen)

Wir merken uns: Der Akku begrenzt die (Brems)Leistung, der Motor die Bremskraft.

Es zeigt sich: Bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit (ca. 7-22km/h) bleibt die Bremskraft gleich. (Sie entspricht dem, was der Motor an Strom erzeugen kann)
Trotz gleicher Brems- KRAFT entsteht bei 20km/h die doppelte Brems- LEISTUNG wie bei 10 km/h. Bei 40km/h hätten wir wieder die doppelte Bremsleistung wie bei 20km/h etc.

Irgendwann (bei ca. 22km/h) kann der Akku die Leistung nicht mehr aufnehmen. Daher reduziert der Motor die BremsKRAFT und damit auch die LEISTUNG die der Akku verarbeiten muss. Mit Steigener Geschwindigkeit wird also die Bremskraft reduziert, um die Brems LEISTUNG soweit zu vermindern, dass der Akku überlebt.

Das gleiche passiert bei vollem Akku, der kann auch nicht viel aufnehmen. > Verminderte BremsLeistung > Verminderte BremsKRAFT.


Optimal gewinnt man die Energie also zurück, wenn der Motor schnell läuft, und weniger Strom führen muss. Leider wird dann auch der Luftwiderstand hoch.
Ein Theoretisches Optimum liegt irgendwo bei 25km/h, je nach Luftwiderstand (Sitzposition, Wind, etc).
Wenn man dabei aber ständig mechanisch bremsen muss, kann es besser sein, Kurz & Kräftig auf ca. 18km/h zu bremsen, um dann das maximale Bremsmoment des Motors zu nutzen und auf mechanisches Bremsen zu verzichten. Die Abfahrt dauert dann länger, und der Akku hat mehr Zeit um die Ladung zu verarbeiten.
« Letzte Änderung: 16. April 2015, 15:57 von E-Radler »
 

Offline Jay Bee

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Re: Rekuperation bei höherem Tempo schwächer
« Antwort #3 am: 17. April 2015, 07:22 »
Bei weniger Geschwindigkeit wird aber auch der Wirkungsgrad des Step-Up Wandlers schlechter. Daher sollte man IMMER (immer-immer-immer) mindestens 25km/h den Berg runter rollen, wenn man max. rekuperieren will/muss. Es wurde von Torcman auch schon nachgewiesen (pedelec Forum), dass die tat. optimale Geschwindigkeit bei 32km/h liegt (sweet point zwischen Windlast/Rekueffizienz). Das habe ich messtechnisch schon mal nachvollzogen. Es stimmt.

Ergo: 25-32km/h und alles ist gut. Die Anzeige im LCD ist der Motorstrom und der sinkt ja mit steigener Induktionsspannung vom Motors ab, wenn die Rekuleistung wegen der Ladungsbegrenzung der Batterie nicht gleich schnell steigen kann. Die Bremsleistung kann man z.B. mit BikeInfo erhöhen (ich habe bei mir den Reku-Strom auf 6,5A erhöht, normal 5,5A beim 48V Akku) und dann beginnt die gefühlte Bremsleistungsreduktion später.

Man darf auch nicht vergessen: Die Rekuleistung durch "Bremshebelziehen" kann man auch einstellen (oft: Rekustufe 2). Am LCD kann man aber auch Reku 3 oder 4 einstellen. Ich fahre den Berg immer mit Reku 3 und 25-30km/h den Berg runter. Da kriege ich ca. 25-30% der am Berg verbrauchten Leistung retour. Hatte auch schon 50%. Das Verhältnis hängt von "Eigenleistung" den Berg hoch und der Rekueffizienz den Bergrunter ab.

Der unfitte und unbedachte Fahrer wird vermutlich nur zwischen 5..10% packen.
« Letzte Änderung: 17. April 2015, 19:35 von Jay Bee »
 

Offline E-Radler

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Re: Rekuperation bei höherem Tempo schwächer
« Antwort #4 am: 17. April 2015, 09:45 »
Danke für die "Berichtigung". JayBee hat das gut vervollständigt.

Da wir ja im "Bike-Info-Erlaubt" Forum sind:
Ich hab die Bremshebel-Reku auf "Alles was geht" Also 62,5%.
Die 4 Konsolen-Stufen:
1. 15%
2. 9%
3. 25%
4. 40%

Erklärung:
Durch lange [-] Drücken Springt man man immer auf die erste Reku, so wie mit lange + zum MountainMode.

Ich kann also an meinen "üblichen" Hügelchen einfach lange [-] drücken, und hab direkt in RekuStufe 1, die Bremskraft, die ich regelmäßig brauche.
Ist das doch mal zu viel, drücke ich nochmal [-] (Reku Stufe2) und hab 9%
Mehr als 40% brauche ich als Dauer-Bremse ehr selten. Und bei Bedarf kann man ja immer mit dem Bremshebel auf 62,5% hochschalten.

Man kann also 5 Stufen einstellen, nicht 4, wie im Prospekt behauptet  ;)

Und ja, der Reku-Strom ist auch bei mir höher eingestellt, weil der Akku dank Extender mehr verträgt. Damit kommt die Geschwindigkeitsabhängige Bremsmoment-Reduzierung später.
 

Offline Jay Bee

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Re: Rekuperation bei höherem Tempo schwächer
« Antwort #5 am: 17. April 2015, 19:38 »
Wow ... das ist ja echt Hardcore!  8)

Wenn du mit dem Bremshebel bei 8 km/h bremst, hebt's dich nicht aus dem Sitz?
 

Offline Cephalotus

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Re: Rekuperation bei höherem Tempo schwächer
« Antwort #6 am: 21. April 2015, 16:21 »
Der Akkuladestrom ist auf 6A begrenzt. Mit den Tools kann man das auch höher setzen, ich habe mal 9A ausprobiert und mein Akku hats überlebt. Ist aber eigenes Risiko!!!

Sobwl die Rekuperationsspannung aus dem Motor aber die Akkuspannung übersteigt nimmt der Rekustrom zu, bei den 48V Systemen und 28" Laufrädern passiert das ungefähr so ab 50km/h herum, je nach Akkulöadezustand. Im Maximum habe ich bisher 12A gemessen, das geht aber vermutlich beliebig hoch bis zur Zerstörung.

Dass die Leistung in Wirklichkeit bei hohen Geschwindigkeiten höher ist kann man messen, allerdings ist die Kraft geringer, das wurde ja schon geschrieben. Ebenso dass man nicht rekuperierend Minutenlang die Berge runter kriechen soll.
Die Anzeige zeigt den Motorphasenstrom, nicht den Rekuperationsstrom in den Akku, auch dadurch wird deutlich, dass geringe Geschwindigkeiten zu hohen Belastungen der Elektronik führen.

Ich repueriere bergab so im Bereich 30-55km/h herum. Darüber wirds gefährlich fürs System, darunter sehe ich für mich keine Veranlassung die Geschwindigkeit zu verringern. Die Effizienz ist bei der Geschwindigkeit im Bereich 20-30km/h am höchsten, darüber geht zuviel über den Luftwiderstand verloren, darunter wird der Motor heiß. Mir wäre das aber bergab zu langsam.
Bei reinen Brems/Anhaltvorgang kann man natürlich bis zum Stillstand rekuperieren (so bis ca. 6km/h funktionierts, darunter muss man mechanisch bremsen oder ausrollen)

Starke Rekuperation kann die Achsmuttern lösen!

mfG
 

Offline Amano

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Re: Rekuperation bei höherem Tempo schwächer
« Antwort #7 am: 22. April 2015, 14:36 »
Jetzt würde mich mal interessieren, ob sich das alles 1:1 auf den D-Motor übertragen lässt und ob der noch effizienter rekuperiert.
Wie sieht´s eigentlich bei am Motorkabel eingeschleiften Extender aus? Könnte man da nicht theoretisch den Rekustrom erhöhen oder macht das keinen Unterschied weil der gesamte Strom ja erst mal im Hauptakku landet und erst dann zum Extender weiter geleitet wird?
« Letzte Änderung: 22. April 2015, 14:43 von Amano »
 

 

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