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Autor Thema: Vorstellung: 500Watt Bulls King Cobra MTB Eigenbau  (Gelesen 4030 mal)

Offline lexa666

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Vorstellung: 500Watt Bulls King Cobra MTB Eigenbau
« am: 03. Februar 2012, 18:02 »
Hallo zusammen,

damit ihr in der kalten Jahreszeit auch etwas zu lesen habt, habe ich gedacht ich stelle euch mal kurz mein Eigenbau-MTB mit 500Watt Puma Motor vor..... :)
Das Bike habe ich im Sommer 2011 aufgebaut und getestet / eingestellt. Erster Härtetest war dann im Sep 2011 in Österreich.

Warum ein 500 Watt eBike wenn schon ein (offenes) 36V BionX 250HT KTM eCross vorhanden ist?
Da ich auch aus der Modellbauecke komme, bastle ich sehr gerne und habe gedacht ich könnte mein Bulls MTB  etwas aufmotzen.
Zum anderen bin ich im Sommer immer gerne Klettersteigen in den Alpen. Oft bringt einen ein Sessellift auf den Gipfel oder zumindest in die Nähe des Klettersteiges. Und da wo ein Lift ist, ist meistens auch ein Versorgungsweg der mit Fahrrädern befahren werden darf/kann.
Mit meinen 250W BionX 36V ging das immer nur begrenzt oder mit sehr viel Eigenleistung, da die Steigungen oft bei 13-18% liegen und das dann auch über 400-600HM am Stück. (Beispeil: Kühtai DreiSeenBahn Talstation 2000M - Bergstation 2470M  => 470hm)

Meine Anforderung war also ein MTB das nicht schnell ist, sondern eine sehr gute Steigfähigkeit am Berg hat ohne das man viel mittreiten muss.
Die Reichweite des Akkus stand auch erstmal im Hintergrund...

Der Umbau:
Als Basis hatte ich ein neuwertiges Bulls King Cobra MTB. (Einsteiger-MTB in der 500EUR Klasse)
In anderen Foren und bei diversen Internethändlern habe ich mich informiert und bin dabei immer wieder auf den 500W Puma Motor gestoßen.
Dieser ist sowohl sehr haltbar und auch recht einfach aufgebaut, so das er selbst einfach repariert werden kann wenn etwas sein sollte.
Die Ersatzteilversorgung ist recht gut (und Preiswert) und es gibt wenige bekannte Schwachstellen beim Motor.
Die 500W sind die sog. Nenndauerleistung, die Spitzenleistung mit entsprechenden Controller liegt bei um die 950-1000Watt mit 37V Akku.
Zum Vergleich, ein sportlicher Radfahrer bringt es auf ca. 150-180Watt Dauerleistung.

Das wichtigste Merkmal ist allerdings das es den Motor in verschiedenen Wicklungen gibt, d.h. von sehr schnell bis sehr langsam.
Je schneller die Wicklung desto mehr Endgeschwindigkeit aber weniger Drehmoment, ja langsamer desto mehr Drehmoment aber weniger Speed.
In Zahlen: den Motor gibt es mit den Wicklungen/Nenndrehzahl  200 - 250 - 300 - 320 - 480 U/Min. bei 36V
In einen 26 Zoll Rad erreicht man damit dann in etwa:  200 = 24kmh     250 = 30kmh     320 = 41kmh  480 = über 55kmh

Da mir wie gesagt der TopSpeed für mein Vorhaben unwichtig war, habe ich mich für die 250 U/MIN Variante entschieden.
Den Motor habe ich inkl. 25A Controller und Zubehör wie Daumengas usw. direkt in China bestellt.
Inkl. Versand und Zoll habe ich dafür knapp 320 EUR bezahlt.
In DE oder AT hätte ich für das selbe Material etwa 500 EUR ausgeben müssen.

Als die Teile da waren (nach ca. 2 Wochen) hab ich mich dann ums Thema Akku gekümmert während ich den Motor in eine
26" Felge habe einspeichen lassen. (ca. 80 EUR inkl Material)

Der Motor und Controller lässt sich von 36V bis 50V betreiben. Je mehr Spannung desto schnelle wird das ganze dann auch.
Nach Erfahrungsberichten kommt man bei den Motor und mittlerer Auslastung mit 36V und 5AH Akku etwas 15-20km weit.
Ich habe mich für 2x  18V 5S LiPo Akkus mit 8AH entscheiden = In Reihe sind das dann 36V und 8AH was erstmal ausreichen sollte.
LiPo Akkus lassen sich schnell laden und haben eine sehr gute Stromabgabe bei hoher Last. Ich habe 30C Akkus, was bedeutet das man den Akku 30 x 8A entnehmen kann = 240 A Spitzenleistungsabgabe.
Die Akkus gibt es im I-Net relativ preiswert zu kaufen - meine 2 Stück haben mich knapp 140 EUR inkl. Versand gekostet.

Inkl. weiterer Kleinteile weich Stecker, Derhmomentstützen Rahmentasche usw. ist mir der Umbausatz ohne Fahrrad auf ca. 590 EUR gekommen.

Erster Härtetest:
Nach einigen Versuchen und Einstellarbeiten an der Schaltung usw. läuft das Bike nun seit ca. 300km (11 Akkuladungen) ohne nennenwerte Probleme bei mir hier im "Flachland". Die Reichweite mit dem 36V 8Ah Akku ist im reinen Gasgriff Betrieb (also ohne Eigenleistung) ca. 25km, mit leichten Mittreten komme ich im Schnitt auf 40-50km.
Der TopSpeed liegt ohne Mittreten in der Ebene bei ca. 34km/h, mit treten bei ca. 38km/h.
Erster Härtetest war im September 2011 in Kühtai wo ich auch schonmal mit dem KTM eCross unterwegs war.
Das Ergebnis war wie ich es mir erhofft hatte: die knapp 500HM auf dem Versorgungsweg der DreiSeenBahn konnte ich problemlos ohne viel Eigenleistung hochfahren - Steckenlänge ca. 4,4 km. Da wo ich beim KTM kräftig mittreten musste um über der 15kmh Marke zu bleiben reicht hier gemütliches mittreten wie auf einer Geraden. Der Stromverbrauch ist bei dieser Belastung natürlich sehr hoch: Für die 4,5km und 500HM habe ich laut Messgerät 5,3 AH aus dem Akku gezogen.... Motor und Akku waren oben etwas mehr als Handwarm - geschätzte 40 - 45 Grad was für die Belastung voll OK ist.

UPDATE - Erfahrung nach nunmehr 700km:
In der Zwischenzeit bin ich mit dem Rad weitere 400km gefahren und habe bisher keinerlei Probleme oder Ausfälle gehabt. Auch auf schlechten Waldwegen und im "leichen" Gelände fühle ich mich mit dem Bike sicher. Die doch starken Erschütterungen und Vibrationen steckt der Motor / Controller bis jetzt problemlos weg.

Das einzige was ich im Vergleich zum BionX negativ sagen kann ist, das der Motor schon gut hörbar ist. Evt. muss ich hier mal noch etwas Fett ins Getriebe geben, aktuell läuft es recht trocken.

Da ich öfters mal nach den Gewicht gefragt worden bin: 
Bike 14,4 kg + Motor 4,2kg + Controller 0,5kg + 36V / 8AH Akkus inkl. Rahmentasche 2,5kg = 21,6kg

Grundsätzlich sei noch erwähnt, dass ich die letzten 400km eigentlich nie ohne mittreten gefahren bin.
Für mich soll das Bike kein eMofa sein sondern schon etwas wo man sich etwas körperlich betätigt.

Fazit nach 700km:
Ich bin für das Geld mit der Leistung mehr als zufrieden. Sicherlich ist das neue 48V BionX auch ein sehr gutes System was nochmal mehr Power hat als die 36V Version und für meine Zwecke wohl auch gut geeignet wäre.
Allerding kostet alleine der Umrüstsatz in etwa 1900EUR was mehr als das 3-fache wie meine Komponenten.

Foto von Bike kurz nach dem Umbau:

Inzwischen wurde der hintere Reifen wieder in einen mit weißen Streifen getauscht, das Auge fährt schließlich mit ;)

Controller und Akkus sind in der Rahmentasche verstaut und passen gerade so rein.
Für größere Reichweite habe ich mir jetzt noch eine Sattelstützentasche besorgt wo ich noch 4 Akkupacks a 18V und 8 AH reinbekomme. (= 36V 16AH + 8AH in der Rahmentasche => In Summe also 36V / 24 Ah - 624Wh)
Schaut dann zwar nicht mehr ganz so sportlich aus, ergibt aber eine Reichweite von 100-130km je nach Gelände und Steigung bei leichen Mittreten.
Über eure Meinung und Rückmeldung zum Bike würde ich mich freuen... ::)

UPDATE 04/2012: Zahlenwerte nach Erfahrung etwas angepasst...
« Letzte Änderung: 24. Mai 2012, 09:45 von lexa666 »
KTM eCross - BionX 36V 250HT - offen ca. 32kmh 
BULLS King Cobra mit 500W Puma /
 
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Re: Vorstellung: 500Watt Bulls King Cobra MTB Eigenbau
« Antwort #1 am: 05. Februar 2012, 08:06 »
Hi lexa666,

Der Puma Motor hat mich immer schon interessiert! Danke für den Bericht.
Bin am Überlegen, ob ich mir noch ein zweites MB mit einem Puma anschaffe ;-)

Könntest Du bitte einmal eine Aufstellung aller verwendeten Teile (Motor, Akku, Steuerung, ...) mit Bestellnummer oder Bestellmöglichkeit und ca. Preisen.
Mich würde eben auch ein MB mit hohem Drehmoment für viel Berge interessieren.

Vielleicht kannst Du uns hier auch gleich auf etwaige Schierigkeite bei der Montage hinweisen.
Welche Werkzeuge sind nötig?

Danke schon mal!

LG
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Re: Vorstellung: 500Watt Bulls King Cobra MTB Eigenbau
« Antwort #2 am: 29. April 2012, 09:41 »
Hi,

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Hi lexa666,

Könntest Du bitte einmal eine Aufstellung aller verwendeten Teile (Motor, Akku, Steuerung, ...) mit Bestellnummer oder Bestellmöglichkeit und ca. Preisen.
Mich würde eben auch ein MB mit hohem Drehmoment für viel Berge interessieren.

Vielleicht kannst Du uns hier auch gleich auf etwaige Schierigkeite bei der Montage hinweisen.
Welche Werkzeuge sind nötig?

Danke schon mal!

LG

Darf ich das nochmal pushen?

Danke

LG
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Offline lexa666

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Re: Vorstellung: 500Watt Bulls King Cobra MTB Eigenbau
« Antwort #3 am: 29. April 2012, 22:54 »
Sorry hatte wegen Urlaubsstress / Dienstreise etwas wenig Zeit ;-)
Werde die Aufstellung demnächst mal angehen...

KTM eCross - BionX 36V 250HT - offen ca. 32kmh 
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Offline lexa666

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Re: Vorstellung: 500Watt Bulls King Cobra MTB Eigenbau
« Antwort #4 am: 06. Juni 2012, 17:44 »
So, nun will ich endlich mal einstellen was ich zum Umbau alles gebraucht habe.
Hat ja lange genug gedauert  ;D

Ich werde mal die Bezugsquellen und Preis von Händlern aus DE / AT angeben, ich selbst habe einiges direkt in China oder über eBay gekauft
was die Sache dann schon etwas günstiger gemacht hat....

Motor: PUMA / MAC 500W 250 RPM  ca.  290 EUR
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Controller: prog. 9FET 500W Controller, 24-48V, 25A max   ca.  100 EUR
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3 Stufen Schalter  ca. 10 EUR
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Daumengasgriff ca. 15 EUR
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Akku: 2x  Zippy 5S 18.5V LiPo 8.000mAH   ca. 165 EUR für 2 Stück
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Rahmentasche für Akku und Controller ca. 13 EUR
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Drehmomentstütze fürs Hinterrad - Anfertigung nach Zeichung bei cutworks ca. 20 EUR
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Motor Einspeichen in Felge inkl. Speichen ca. 90 EUR
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Das sind soweit die Hauptkomponenten aus denen das Bike besteht...

Weiterhin habe ich noch einige Kleinigkeiten wie Steckverbinder, Kabelbinder, Schrumpfschlauch, Unterlegscheiben usw benötigt.
Diese habe ich meisten im baumarkt oder über eBay bezogen.

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Re: Vorstellung: 500Watt Bulls King Cobra MTB Eigenbau
« Antwort #5 am: 11. Juli 2012, 17:28 »
Da einige noch ein paar Fotos sehen wollten... Hier bitter:
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Offline exo-wien

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Re: Vorstellung: 500Watt Bulls King Cobra MTB Eigenbau
« Antwort #6 am: 07. August 2012, 00:08 »
hallo,

sehr schöner umbau.

wie hast du das mit dem wattmeter am lenker gemacht.
normalerweise sind rechts und links jeweils plus/minus. ich muss bei meinem mit einer plus/minus leitung hin und retour ^^

wie hast du das teil am vorbau montiert?

lg exo
 

Offline lexa666

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Re: Vorstellung: 500Watt Bulls King Cobra MTB Eigenbau
« Antwort #7 am: 09. August 2012, 20:42 »
Hallo exo,

du hast recht, normalerweise muss der ganze Strom durch das Wattmeter fließen. Allerdings wollte ich die Stromkabel (durch die bis zu 25A bei 36V fließen) wegen den möglichen Verluste möglichst kurz halten.

Ich habe dazu dem im WattMeter verbauten Shunt (Messwiederstand) ausgelötet und in die Rahmentasche zwischen Akku und Controller gesetzt. Vom dort führt jetzt nur noch eine dünne 3-adrige Leitung ins WattMeter auf der nur wenige mAh (Messstrom) laufen. 8)

(Die 2 schwarz roten Kabel auf den Fotos sind mittlerweile auch weg, war nur ein Test zwecks Hintergrundbeleuchtung)

Für die Befestigung habe ich einen alten defekten Fahrradtacho benutzt:
-Rückseite des Tachogehäuses (mit der "Drehbefestigungsaufnahme") auf das WattMeter geklebt (2k-Kleber)
-den eigentlichen "alten" Tachohalter unverändert an den Vorbau
=> Hält super und lässt sich mit einen halben Dreh abnehmen (Diebstahlschutz)

Axel
« Letzte Änderung: 09. August 2012, 20:45 von lexa666 »
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