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Autor Thema: Beobachtungen Motortemperatur  (Gelesen 2033 mal)

Offline DeeJay58

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Beobachtungen Motortemperatur
« am: 06. Mai 2014, 08:00 »
So, hier der versprochene Thread. Ich hoffe es werden sich künftig viele dran mit ihren Erfahrungen beteiligen.

Gestern fuhr ich die erste Runde, zur Arbeit, mit Beobachtung der Motortemperatur und hab gleich die eine oder andere mehr oder weniger interessante Beobachtung gemacht.

Zum Beispiel: Die Temperaturanzeige dürfte immer ein paar Grad (so ca. 5) zu viel anzeigen. Merkt man beim Einschalten in der Früh, im Vergleich zur Außentemperatur.

Eine Erwärmung erfolgt sehr schnell schon nach dem losfahren, geht aber äußerst langsam zurück, egal ob ohne Treten oder beim Stehen. Auch bei sehr hohen Temperaturen dauert es sehr lange um abzukühlen.

Beim gemütlichen Fahren (30-35 km/h) auf der Ebenen mit 75% Unterstützung erwärmte sich der Motor nach 6km gerade mal auf 38 Grad.
Beim Anstieg dann (Ca. 15-20% über rund 3-3,5km über rund 150hm) mit voller Unterstützung stieg die Temperatur dann auf 80 Grad.
Bei der Abfahrt danach (ungefähr 100hm) sank sie nur um 5 Grad. Das letzte steile Stück hab ich dann auf volle Reku gestellt und da ist sie innerhalb von 30s dann auf 90 Grad gestiegen und die Reku hat kurz vor 90 Grad deutlich nachgelassen.

Ebenso beim letzten Anstieg kurz danach wo ich dann mit 84 Grad gestartet bin und mit voller Unterstützung rauf wollte stieg die Temperatur wieder auf 88 Grad wo ich dann erstmals merkte, dass die Leistung gravierend nachließ. Die Temperatur stieg dann noch auf 91 Grad wo sie blieb und nicht weiterstieg. Hatte aber nur geschätzte 50% Leistung (auch der Gasknopf).
Der Motor außen war direkt danach handwarm, ich schätze so um die 35-40 Grad.

Hier noch das Höhenprofil/Fahrprofil:

Fazit: Die Anzeige ist sehr gut zu haben, so kann man viel besser sich auf Anstiege vorbereiten, wenn der Motor schon recht warm ist um die Herunterregelung zu verhindern.
Die Kühlung in dem Bereich wo gemessen wird, scheint nicht vorhanden zu sein (sehr langsame Abkühlung).
Schnellfahren (40 km/h) erwärmt den Motor kaum, im Gegensatz zu Steigungen mit <20 km/h.
 

Offline Cephalotus

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Re: Beobachtungen Motortemperatur
« Antwort #1 am: 06. Mai 2014, 09:39 »
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Zum Beispiel: Die Temperaturanzeige dürfte immer ein paar Grad (so ca. 5) zu viel anzeigen. Merkt man beim Einschalten in der Früh, im Vergleich zur Außentemperatur.

Ist bei mir auch so. Warum auch immer. Ob man daraus schleißen kann, dass die 90°C dann in Wirklichkeit auch nur 85°C sind wäre die Frage. Im Grunde ist es aber egal, wenn man weiß, dass bei Anzeige 90°C gedrosselt wird, dann reicht das ja als Anhaltspunkt.

Zitat
Auch bei sehr hohen Temperaturen dauert es sehr lange um abzukühlen.

Die Abkühlrate wird von den Leuten überschätzt. Wo soll denn die Wärme so schnell hin? Das Gehäuse ist konstruktionsbedingt leider thermisch durch einen Luftspalt von den Hitzequellen getrennt, ein bisschen was dürfte noch über den Aluminiumstator Richtung Achse und über die Kugellager dann zu den Ausfallenden wegfließen.

Zitat
Der Motor außen war direkt danach handwarm, ich schätze so um die 35-40 Grad.

Das ist auch logisch, siehe oben. Immerhin: Wenn das Gehäuse 20°C wärmer ist

Zitat
Fazit: Die Anzeige ist sehr gut zu haben, so kann man viel besser sich auf Anstiege vorbereiten, wenn der Motor schon recht warm ist um die Herunterregelung zu verhindern.

Ich denek auch, dass das eine super Sache ist, um den leuten auch die Zusammenhänge bewusst zu machen, wie z.B.:

Zitat
Die Kühlung in dem Bereich wo gemessen wird, scheint nicht vorhanden zu sein (sehr langsame Abkühlung).

Wie auch, siehe oben.

Zitat
Schnellfahren (40 km/h) erwärmt den Motor kaum, im Gegensatz zu Steigungen mit <20 km/h.

Auch das ist logisch. Bei 40km/h fließen idR geringere Leistungen (ist schon nahe an der Leerlaufdrehzahl) als bei 20km/h den Berg hoch, aber wesentlich ist, dass die Verlustleistung bei 40km/h kleiner ist als bei 20km/h oder gar 10km/h.

Ein Beispiel mit fiktiven Zahlen.

Ob der Motor 500W bei 40km/h oder 800W bei 20km/h oder 1000W bei 10km/h zieht scheint erstmal nicht viel Unterschied zu machen.

Allerdings beträgt die Verlustleistung bei 40km/h dann vielleicht 100W, bei 20km/h dann schon eher 300W und bei 10km/h möglicherweise 700-800W und das sind dramatische Unterschiede. Die etwas bessere Kühlung bei hohen Geschwindigkeiten durch den Fahrtwind (oder was davon an der Hinterradnabe ankommt) kommt noch dazu...

Deshalb hat man bei BionX zwei Strategien am Berg:

1. Falls möglich, den kurzen Berg mit viel Eigenleistung und maximaler Leistung aber schnell hoch zu fahren, dann sind die proportionalen Verluste gering und wenn der Motor heiß ist ist es eh schon wieder vorbei.

2. Wenn das nicht geht dann lieber im kleinen Gang langsam hoch kurbel und die Unterstützung stark reduzieren, auf vielleicht 150-200W aus dem Akku. Davon heizen dann zwar leider ebenfalls 3/4 der Energie den Motor, aber außer im Hochsommer sollte der Motor das dann verkraften.

In der Realität fahren viele Leute die Nabenmotoren aber so:

Sie fahren mit mittlerer Unterstützung und meinetwegen 15km/h am Berg, werden langsamer und langsamer und versuchen sich dann bei 10km/h mit Vollgas hoch zu retten, wenn es schon längst zu spät ist und die eigene Kraft nachgelassen hat. Dann heizen 800W den Motor, das ist wie eine Herdplatte.

mfg
 

Offline Jay Bee

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Re: Beobachtungen Motortemperatur
« Antwort #2 am: 07. Mai 2014, 19:29 »
Crosspost aus dem pedelecforum.de:
___________________________________
Das schnelle steigen der Temperatur hat bestimmt mit dem Ort des Sensors zu tun. Der Motor bliebt ja am Gehäuse selbst komplett kalt, wenn er nicht gefahren wird.

Ich habe das heute mal ausgiebig gestestet und meinem Motor etwas gequält. Wolte sehen, wie die Motortemperatur in welcher Stufe reagiert. Bin mit dem smart ebike (PL250HT) in die Arbeit gefahren (2x25km, 330Hm in Summe heute).

Hinfahrt: Rad im Keller, 16°C auf der G2. Nach 1km in Stufe 0 und nach ca. 200m Reku: 29°C. Nach 5km in Stufe 1: 34°. Nach 10km in Stufe 2: 39°. Danach weiter in Stufe 1 und 2. Temperatur ist leicht gefallen auf 37°. Außtemperatur 8-9°C.

Rückfahrt: 39° nach 5km in Stufe 2, 42° nach 10km in Stufe 2, 63° nach weiteren 8 km in Stufe 3 und 4 mit einem steilen 200hm Berg und 200Hm Reku direkt danach. Danach Temperatur leicht sinkend auf 58°C. Außentemperatur 18°C.

Eindruck: die Temperatur bleibt bei Stufe 1-2 recht niedrig. In Stufe 3 (150%) und 4 (250%) geht es flott nach oben und die Temperatur sinkt auch bei folgender niedriger Belastung nur sehr langsam. Könnte aber auch eine Hysterese im Display sein. Muss das mal länger beobachten.
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War jetzt 2 Tage beruflich unterwegs und konnte noch nicht weiter testen. Denke, dass ich am Wochenende mal eine Bergfahrt macht, um zu sehen, wie sich der Motor verhält bei Übertemperatur. Denke, dass DeeJay58 die wichtigsten Schlussfolgerungen schon beschrieben hat.

Was mich sehr interessiert: wie entwickelt sich die Temperatur bei diversen Geschwindigkeiten, d.h. welche Geschwindigkeits-/Unterstützungskombinationen sind temperaturoptimal? Temperaturoptimal bedeutet ja auch wirkungsgradoptimal ...

Wetten, dass wir nun alle eine Art "Temperaturpoppometer" entwickeln und bald wissen, welche Temperatur sich bei welchem Fahrprofil einstellt?

Mein Gott, das BionX-System ist genau nach meinem Geschmack gebaut ... viel Performance, hohe Effizienz, viele Daten auslesbar. Ein permanentes Spielzeug.

:D :D

Jay
« Letzte Änderung: 07. Mai 2014, 19:40 von Jay Bee »
 

Offline digital

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Re: Beobachtungen Motortemperatur
« Antwort #3 am: 12. Juni 2014, 09:34 »
Ich habe nicht so schöne Grafiken, aber trotzdem interessant. Motoren-Temparatur Bionx-D nicht höher als 52 Grad. Dies beim letzten Anstieg. Ich habe die Unterstützungsstufen 1, 2 und 3 angehoben, damit ich diese auch wirklich benutze. So kann ich locker 45 fahren mit der Stufe 2. Akku war nach den 24km bei ca 20-30%. Schön wäre ja eine % Anzeige mit Zahlen anstelle der Balken-Grafik auf dem BionX Display.
 

Offline Alkbert

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Re: Beobachtungen Motortemperatur
« Antwort #4 am: 07. Juli 2014, 20:18 »
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Bionx Motor in der Tat bei größeren Drehzahlen (sprich 20" Rad) weniger leicht überhitzt und tendentiell pro Akkuladung mehr Reichweite bietet. Ich habe zuletzt 900 Hm mit einer Akkuladung mit dem 20" Faltrad bei mäßiger Unterstützung geschafft. Mit dem (alten) Wheeler E-Falcon 1200 Hm mit gut 1 1/2 Akkus. Abgeregelt haben beide Motoren nicht, allerdings hat die Rekuleistung beim E-Falcon an der letzten Abfahrt deutlich nachgelassen ( bei -3 und -4) Hier hatte ich den Eindruck, dass die Schutzschaltung greift.
 

 

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