Testbericht: Haibike XDURO AllTrail 5.0 FLYON i630Wh

Begonnen von Administrator, 24. August 2019, 09:36

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Administrator

24. August 2019, 09:36 Letzte Bearbeitung: 30. August 2019, 09:22 von Administrator
Gestern war es soweit. Ich konnte das Haibike XDURO AllTrail 5.0 FLYON mit 630 Wh Akku 2 Tage lang testen.

Gewicht Fahrrad: 25 kg (inkl. Akku)
Gewicht Akku: 4,2 kg
Gewicht Fahrer: ü 100 kg
Größe Fahrer: 180 cm
Größe Bike: M (46 cm)

1. Testfahrt
Gefahrene Unterstützungsstufen: meistens Xtreme, ab und zu High
Reichweite: ca. 7,1 km
Höhenmeter: ca. 991 Hm
Akku Rest: 0 %
Untergrund: Schotter (Forststraße)

2. Testfahrt
Gefahrene Unterstützungsstufe: Eco, Low, Mid, Hight, Extreme
Reichweite: ca. 21,7 km
Höhenmeter: ca. 360 Hm
Akku Rest: 50 %
Untergrund: Asphalt, Schotter (Forststraßen)


Meine persönlichen EINDRÜCKE

Der Motor hat wirklich viel Kraft. Man merkt den Unterscheid zwischen z.b. Giant SyncDrive Pro - Yamaha PW-X (250 W, 80 Nm, max. 360% Unterstützung) schon - aber nicht so wie ich mir das vorgestellt hätte.

Das Geräusch des Motors ist vielleicht etwas lauter als beim Yamaha - stört mich allerdings nicht so sehr.
Der Freilauf ist auf jeden Fall OK. Man hört überhaupt nichts. Ich finde trotzdem das man ein E-Bike mindestens im Eco Modus fahren muss um das Mehrgewicht kompensieren zu können. Im Ebenen auf Asphalt kann man ohne Unterstützung sicher ohne Probleme damit einige km zurücklegen.

Das Anfahrverhalten ist geschmeidig und fühlt sich nicht Ruckartig an.

Der Akku wird schon ganz schön gefordert, wenn der Fahrer mit etwas mehr Gewicht, steilere Forstwege in höheren Unterstützungsstufen (Hight, Xtreme) fährt.

Die Federung ist trotz fehlendem Dämpfer auch beim Hardtail ganz ordentlich. Das liegt sicherlich an der Bereifung und am Rahmen.
Der Rahmen macht überhaupt keine Geräusche, werde Knacken noch Kanarzen, wie viele vermuten oder einige in Foren berichtet haben.

UPDATE:
Knarzen und Knacken am Ende der 2. Testfahrt am leicht steigenden Schotterweg (Xtreme, höchster Gang)
Nach dem Laden des Akkus - kein Knacken und Knarzen mehr!
Ich würde das Knarzen und Knacken auf mein etwas höheres Gewicht zurückführen.
Es könnte aber auch sein, das sich bei längerer Fahrt durch die Erwärmung etwas ausdehnt und es dann zu diesem Knarzen kommt.

Die Schaltung ist ganz ordentlich - man sollte aber bei den Schaltvorgängen den Druck etwas von den Pedalen nehmen. Es gibt keine automatische Schaltunterbrechung.

Die Bremsen sind sehr "weich". Auch nach dem "Einbremsen" musste ich schon sehr stark die Bremshebel betätigen um eine gute Bremswirkung im steileren Gelände zu erhalten. Das bin ich von anderen Bremsen so nicht gewohnt gewesen.
Es ist normal, das die Bremsen bei längeren und steileren Bergab-Stecken heiß werden. Das war auch bei der Magura der Fall.
Allerdings fing die Gabel am Ende der 1. Teststrecke zusätzlich beim Bremsen zu Flattern (Gabel bewegt sich ganz schnell von vorne nach hinten und zurück) an.

Die Verstellung der Sattelhöhe ist nicht mit einem Schnellverschluss möglich sondern muss mit einem Inbusschlüssel erledigt werden. Das soll mehr Sicherheit gegen Diebstahl bringen - ich finde es sehr umständlich die Höhe eines Sattels so einstellen zu müssen!

Der Akku lässt sich nach unten aus dem Unterrohr ziehen.
Man muss zuerst die Schutzabdeckung (Skidplate) entfernen und dann mit einem Schlüssel eine Abdeckung entfernen.
Das ist etwas fummelig, wenn man es zum ersten Mal tut. Der Akku rutscht dann von selbst aus dem Unterrohr. Man sollte darauf achten, das der Akku nicht auf dem Boden aufschlägt. Der Einbau ist auch mit etwas Kraft verbunden, da der Akku ja nach oben geschoben werden, und gleichzeitig mit dem Schlüssel die Schließplatte verriegelt werden muss. Das Bike muss man dazu nicht umlegen - aber einfach zu handhaben ist das nicht.
Bei diesem Bike könnte man einen zweiten Akku am Unterrohr befestigen. Ob das bei einem Fully durch den Dämpfer auch noch möglich ist kann ich leider nicht sagen. Sobald ich ein Fully testen konnte, werde ich das hier ergänzen.

Vibration ab ca. 22 km/h. Von den Reifen kommt eine ab ca. 22 km/h sehr deutlich spürbare Vibration, die sich auf das ganze Fahrrad ausbreitet. Man merkt das hauptsächlich, wenn man auf dem Asphalt fährt.

Schnellladegerät (10A) - von 0 auf 100% in ca. 1 Stunde 20 Minuten.

Mein FAZIT: Ein tolles Bike - Formschön (= Geschmacksache). Gute Qualität. Gute Geometrie. Alle Kabel schön verbaut. Gute Ausstattung.
Das Knarzen, den etwas fummelige Akku tausch und die Sattelverstellmöglichkeit finde ich schlecht.

Bei dem hohen Preis sollte man den Carbon Rahmen und das integrierte GPS mit eConnect zwar mit einbeziehen - ich finde den Preis trotzdem zu hoch!

Ich werde das alles noch etwas mehr in Form bringen und Bilder dazu anhängen - aber für den ersten Eindruck sollte es reichen.

Fragen zum Bike einfach hier Posten.

LG
Antrieb: (Bestellt) Haibike XDURO AllMtn 5.0 FLYON
(Bosch Drive Unit Cruise 2013, Akku: PowerPack 400, Bediencomputer: Intuvia)

Plan215


Administrator

Antrieb: (Bestellt) Haibike XDURO AllMtn 5.0 FLYON
(Bosch Drive Unit Cruise 2013, Akku: PowerPack 400, Bediencomputer: Intuvia)